Kurzgeschichten
Vor dem Abgrund
Sanft wehte die Frühlingsbrise durch die geöffnete Balkontür herein und bauschte die schneeweißen, bodenlangen Gardinen auf. Die Morgensonne tauchte das Wohnzimmer in ein friedliches Licht. Lydia Schreiber kuschelte sich in ihre Wolldecke und sog mit tiefen Atemzügen die kühle Morgenluft ein. Sie ließ die Illustrierte auf ihren Schoß sinken und schloss für
einen Moment die Augen. Aus der Küche drangen die geschäftigen Geräusche ihrer Mutter, die das Mittagessen zubereitete.Lydia fühlte sich noch ein bisschen schwach, doch die Übelkeit war inzwischen verflogen.In der vergangenen Nacht hatte sie sich stundenlang übergeben. Ein quälender, nicht enden wollender Brechreiz, der ihren schon leeren Magen in Krämpfen schüttelte. Nachdem ihre Mutter sie ohnmächtig auf dem Badezimmerboden fand, ließ sie es nicht mehr zu, dass Lydia das Bett verlässt. Zitternd hatte Lydia im Bett gelegen und auf den Notarzt gewartet.In einem dämmrigen Zustand des Halbschlafs, vernahm sie das schrille Klingeln an der Haustür, das durch die nächtliche Stille der
Wohnung hallte ...... Weiter bei Online-Romane.de
Die Hochzeitsreise
„In einem Sarg zu reisen ist zwar bequem, doch ziemlich unmodern.“ Rudger zwinkerte ihr zu und wuchtete die Transportbox auf das Dach des Autos, als hätte sie das Gewicht einer Feder.
Kritisch musterte Leyla das Gehäuse aus Hartplastik. Immerhin sollte das starke, leichtgewichtige Material sowohl Schlägen, als auch ultravioletten Strahlen standhalten. Ein kleiner Trost, denn so war er vor der einzigen Gefahr geschützt, die eine solche Fahrt für ihn mit sich brachte. Dem Sonnenlicht. Dagegen war das übliche Sicherheitsdenken ohnehin außer Kraft gesetzt, wenn man mit einem Vampir liiert war...... Weiter bei Literra.info